Behandlung von Darmkrebs:
Bewährte und neue Therapien

Die Strategie für die Behandlung von Darmkrebs richtet sich nach verschiedenen Faktoren wie der Lage des Tumors, dem Stadium der Erkrankung sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand der Betroffenen. Auch die Tumor-Histologie und Tumor-Biologie spielen eine wichtige Rolle dabei, welche Verfahren im Rahmen der Darmkrebs-Therapie zum Einsatz kommen und wie gut der individuelle Krebs auf die Therapie anspricht.

Seit Jahren erzielen Ärzt:innen mit etablierten Behandlungsmethoden wie einer Operation in Kombination mit Chemotherapie gute Behandlungserfolge – insbesondere dann, wenn der Krebs im Darm frühzeitig erkannt wird. Zudem werden in der modernen Medizin ständig neue Therapien zur Darmkrebs-Behandlung entwickelt und erprobt, die noch zielgerichteter gegen den Krebs vorgehen können. Im Folgenden stellen wir etablierte Verfahren und neue Behandlungsmethoden wie personalisierte Therapien bei Darmkrebs vor.

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Faktoren für die Festlegung der geeigneten Therapie bei Kolonkarzinom und Rektumkarzinom

Darmkrebs kann in allen Bereichen des Darms auftreten. Je nach Lage des Tumors bzw. der Tumoren spricht man von einem Kolonkarzinom (Krebs im Dickdarm) oder einem Rektumkarzinom (Krebs im Mastdarm bzw. Enddarm). Ärzt:innen sprechen zusammenfassend von einem kolorektalen Karzinom bzw. Kolorektalkarzinom. In seltenen Fällen kann auch im Blinddarm oder Dünndarm Krebs auftreten.

Um die passende Behandlung bei Darmkrebs festlegen zu können, sind unter anderem folgende Faktoren entscheidend:

  • Lage des Tumors: Darmkrebs befällt meist den Dickdarm oder den Enddarm. Der Ablauf und die Folgen der Therapie richten sich nach dem befallenen Bereich des Darms und margin-top:10px; margin-bottom:10px;der genauen Tumor-Lage in diesem Bereich.
  • Stadium der Erkrankung: Es werden fünf Stadien unterschieden.
    • Stadium 0: Der Krebs befindet sich ausschließlich in den obersten Schichten der Darmschleimhaut.
    • Stadium I: Der Krebs ist lokal begrenzt auf die Darm-Muskelschicht.
    • Stadium II: Der Krebs ist in umliegendes Gewebe eingewachsen.
    • Stadium III: Der Krebs hat umliegende Lymphknoten befallen.
    • Stadium IV: Die Erkrankung ist fortgeschritten. Der Krebs hat Metastasen (Tochtergeschwüre) gebildet und sich auf andere Organe ausgebreitet. Besonders häufig sind hierbei Leber und Lunge betroffen.
  • Individuelle Faktoren der Patient:innen: Hierzu zählen unter anderem das Alter, die körperliche Verfassung und das Vorhandensein von Begleiterkrankungen. Auch die individuellen Wünsche und Vorstellungen der Patient:innen können bei der Kolonkarzinom-/Rektumkarzinom-Therapie berücksichtigt werden, sofern diese den Behandlungserfolg nicht mindern.
  • Neuerkrankung oder Rezidiv (Rückfall): Handelt es sich beim festgestellten Darmkrebs um eine Neuerkrankung oder ist an dieser oder einer anderen Stelle bereits Krebs diagnostiziert worden? Handelt es sich beim Tumor um den Primärtumor oder befindet sich dieser in einem anderen Organ?

Die ersten drei Erkrankungsstadien gelten als frühes Stadium, weil der Krebs noch nicht metastasiert ist. Je früher der Darmkrebs erkannt wird, desto höher sind die Chancen auf einen guten Behandlungserfolg und im Idealfall sogar eine vollständige Heilung. Die Lage des Tumors beeinflusst vor allem, ob im Anschluss an die Behandlung ein künstlicher Darmausgang (Stoma) notwendig ist. Dies ist nur in wenigen Ausnahmefällen erforderlich. Tritt der Darmkrebs im Enddarm (Rektumkarzinom) auf und liegt er nah am Darmausgang, muss im Rahmen der Therapie besonders häufig der Schließmuskel entfernt werden. Das erfordert vorübergehend oder auch dauerhaft einen künstlichen Darmausgang.

Standardmethoden in der Darmkrebs-Therapie: Operation, Chemo, Bestrahlung

Im Stadium 0 ist es oft ausreichend, den Tumor im Rahmen einer endoskopischen Resektion zu entfernen. Wie bei einer Darmspiegelung (Koloskopie) werden über einen Schlauch eine Kamera und chirurgische Instrumente in den Darm geführt. Nur der befallene Bereich wird dann operativ entfernt, der übrige Darm bleibt erhalten.

In allen anderen Stadien müssen sich Patient:innen in der Regel einer Operation (Hemikolektomie) unterziehen, um den Darmkrebs möglichst vollständig zu entfernen. Die OP ist das aktuelle Standard-Verfahren in der Darmkrebs-Therapie und die wichtigste therapeutische Maßnahme. Im Rahmen der Operation werden der vom Krebs befallene Teil des Darms, die zugehörigen Lymphbahnen und Lymphknoten sowie ein ausreichender Teil des umliegenden gesunden Darm-Gewebes entfernt. Nach der Operation wird der entfernte Abschnitt des Darms einer eingehenden Untersuchung unterzogen. Der Befund wird dann von spezialisierten Ärzt:innen im Rahmen einer Tumorkonferenz besprochen, um die optimale Behandlung des Darmkrebses festzulegen.

Im Rahmen der Kolonkarzinom-Therapie (Dickdarmkrebs) kann eine Chemotherapie im Anschluss an die Operation den Behandlungserfolg verbessern und längerfristig sichern. Diese ist vor allem für Patient:innen im Stadium III angeraten. Auch Betroffene in Stadium II können von einer Chemotherapie profitieren.

Im Rahmen der Rektumkarzinom-Therapie (Enddarmkrebs) ist vor der Operation eine Strahlen-Chemotherapie oder eine Kurzzeit-Bestrahlung angeraten. Diese werden vor allem in den Stadien II und III eingesetzt, wenn der Krebs den mittleren oder unteren Bereich des Enddarms befallen hat. So soll der Tumor vor der OP verkleinert und das Risiko für ein Rezidiv (Rückfall) gesenkt werden. Ist der obere Enddarm-Bereich betroffen, empfehlen Fachleute eine Strahlen-Chemo oder ggf. eine Chemotherapie nach der Operation (sogenannte „adjuvante Therapie“), wenn diese vorab nicht durchgeführt wurde und das Rückfall-Risiko hoch ist.

Die Chemotherapie, Strahlentherapie oder eine Kombination dieser beiden Methoden wird bei Darmkrebs meistens ergänzend zur Operation eingesetzt. Da diese Therapie-Methoden teilweise mit starken Nebenwirkungen einhergehen, werden stetig neue Verfahren in der Krebstherapie erforscht und deren Wirksamkeit in Studien überprüft. Ziel ist es, die Effizienz der Darmkrebs-Therapie zu maximieren und gleichzeitig die Nebenwirkungen für die Patient:innen zu minimieren.

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